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Laktoseintoleranz

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HamsterD

Foren Kaiserin


20. November 2011, 12:56

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Das Wichtigste am Anfang

Eine Laktose-Intoleranz ist keine Allergie und keine Krankheit !

Nicht die LI (=LaktoseIntoleranz) ist das Problem, sondern dass in unserer Gesellschaft überhaupt und übermässig viel Milchprodukte konsumiert werden und dass vielen Nahrungsmitteln versteckter Milchzucker zugesetzt wird.

Das Problem entsteht erst dann, wenn eine LI nicht erkannt wird, der Laktose-Intolerante unter Beschwerden leidet und sich durch diese Beschweren über einen längeren Zeitraum tatsächlich Krankheiten ausbilden können.

Das bedeutet: die LI muss erkannt werden, die Ernährung umgestellt und der Körper entgiftet und stabilisiert werden.

Die Laktose- oder Milchfreie Ernährung eines Laktose-Intoleranten bedeutet keine Krankendiät, sondern eine gesunde Ernährungsweise, die allen Menschen - und nicht zu vernachlässigen: auch den Kühen - guttun würde.


Was ist Laktose?

Laktose (oder Lactose) ist Milchzucker, ein Kohlenhydrat, ein Disaccharid, also Zweifachzucker, bestehend aus Glukose (=Traubenzucker) und Galaktose (=Schleimzucker). Milchzucker ist von Natur aus in allen Milcharten vorhanden.

Normalerweise wird Laktose durch das im Dünndarm produzierte Enzym Beta-Galaktosidase (also Laktase) in seine beiden Bestandteile Glukose und Galaktose aufgespalten und diese können dann vom Darm absorbiert werden. Wird dieses Enzym jedoch nicht oder nur ungenügend gebildet, gelangt die Laktose unzerlegt oder nur teilweise zerlegt in den Dickdarm, wo sie Bakterien als Nahrung dient und Beschwerden verursacht.


Laktose in der Muttermilch dient Säuglingen zur Bildung von Nervenzellen (Myelin) vor allem für das rasch wachsende Gehirn. Deshalb enthält Frauenmilch grosse Mengen an Laktose - im Gegensatz zu Kuhmilch für Kälber, die mehr Mineralien für den Skelettaufbau benötigen.

In Sauermilchprodukten wie Joghurt oder Quark ist weniger Laktose enthalten, da sie bereits von Bakterien abgebaut wurde.


Was ist eine Laktose-Intoleranz (LI)?

Bei einer verminderten Laktase-Produktion gelangt ungespaltene Laktose in tiefere, bakteriell besiedelte Darmabschnitte. Hier erfolgt ein bakterieller Abbau zu Milchsäure, Essigsäure, Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff.

Durch die wasserbindende Eigenschaft von Laktose steigt der osmotische Druck und Wasser strömt in den Darm. Die gleichzeitige Säurebildung fördert die Darmbewegung, die Folgen sind Blähungen und Durchfall. Die entstandenen Gase blähen den Bauchraum auf und verursachen neben den Blähungen auch Druckschmerzen. Diese Gase können die Darmwand durchdringen und in das Blut gelangen. Zudem bewirken zu grosse Mengen an Laktose die Zunahme von Kolibakterien im Dickdarm.

Bereits 400 J.v.Chr. werden schmerzhafte Magen-Darm-Reaktionen nach dem Genuss von Milch und Käse von Hippokrates beschrieben. Da es sich bei einer LI um keine Allergie handelt, also im Körper keine Antikörper gebildet werden, sondern es sich um einen Enzymmangel handelt, spricht man von einer Unverträglichkeit oder Intoleranz.

Durch die Belastung des Darmes kann sich jedoch aus einer Intoleranz eine Allergie entwickeln. Als Folge einer gestörten Darmflora können die Darmschleimhäute durchlässig werden und können ihre Barrierefunktion nicht mehr erfüllen. Unverdaute Speisereste, z.B. Eiweißmoleküle können die Darmwände durchdringen und so in das Blut und die Organe gelangen. Dort wirken sie toxisch und sind die Ursache für zahlreiche Beschwerden und Krankheiten.


Wie macht sich eine LI bemerkbar?

Als erstes natürlich im Magen-Darm-Bereich mit:

Bauchweh, Völlegefühl, Magengrummeln, dickem Bauch, druckempfindlichem Bauch, Sodbrennen, Aufstossen, Magendruck, Erbrechen (besonders bei Kindern), Blähungen, Durchfall, Verstopfungen, Unterleibsschmerzen, Darmschmerzen, Koliken

Hinzu kommen allgemeine Nebenwirkungen wie:
trockene Schleimhäute (Augen, Mund, Hals), Kloss im Hals/ Halsschmerzen, fettige oder trockene Haut + Haare, schlechter Geschmack im Mund, Mundgeruch, belegte Zunge, Schweißgeruch, Kopfschmerzen/Migräne, Essstörungen + Heisshungerattacken

Nach längerer Zeit kommen meist hinzu:
Mangelerscheinungen, Infektanfälligkeit (Erkältungen, Entzündungen, Pilze, Warzen), Gelenkschmerzen, Erschöpfungszustände und allgemeine Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder nicht erholsamer Schlaf

Starke Blähungen und ständige Verstopfungen können mit sich bringen:
Herzbeschwerden, Lungenschmerzen (Atembeschwerden), Hämorrhoiden

Psychische Beschwerden wie:
Lern-/ Konzentrationsschwäche, Introvertiertheit, Hyperaktivität + Unruhe, Depressionen, Gereiztheit + Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Motivationsmangel und chronische Müdigkeit, Lust- und Freudlosigkeit

Das breite Spektrum der Beschwerden und Symptomen liegt nahe, wenn man sich Ursachen und Wirkungsweisen verständlich macht. Primär gelangt die ungespaltene Laktose in den Darm und ruft dort Beschwerden hervor. Sekundär wird durch die ständige Belastung des Darms die Darmflora in Mitleidenschaft gezogen, so dass Giftstoffe in den ganzen Körper gelangen. Abbauprodukte in Darm und im Blut belasten Entgiftungsorgane wie Leber und Nieren und führen zu einer Übersäuerung des Organismus. Sie lösen z.B. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und/ oder psychische Beschwerden aus.

Ist der Darm in seiner Funktion eingeschränkt, führt dies dazu, dass die Bestandteile der Nahrung nicht mehr richtig aufgenommen werden können und ein Vitamin- und Mineralmangel entsteht. Ein geschädigter Darm bedeutet ein geschwächtes Immunsystem, was für alle Arten von Allergien und Krankheiten anfällig macht. Übermässige Blähungen, die zudem meist noch zurück gehalten werden, geraten in den oberen Bauchraum, verdrängen das Zwerchfell und können damit Herz- und Lungenbeschwerden auslösen. Die ständige Sorge um diesen Zustand erhöht die psychische Belastung und führt zu inneren Verspannungen, was wiederum die Verdauung beeinträchtigt.

Diese Liste liesse sich fast endlos erweitern und unter diesem logischen ganzheitlichen Aspekt werden Beschwerden verständlich, die normalerweise (d.h. von der Schulmedizin) keiner Nahrungsmittel-Unverträglichkeit zugeordnet werden. Diese Liste verdeutlicht aber auch, dass es sich bei vielen Beschwerden nicht primär um die Symptome einer LI handelt, sondern dass eine lange Zeit nicht erkannte LI sehr viel weitreichendere Auswirkungen hat. Dies muss insbesondere bei der Therapie unbedingt beachtet werden!

Ganz wichtig! Bei Durchfall möglichst keine Medikamente zur \"Linderung\" nehmen!
Durchfall ist die lebensrettende Möglichkeit des Körpers, vergiftende Nahrungsmittel auf schnellstem Wege wieder auszuscheiden, denn je länger das auslösende Nahrungsmittel im Körper verweilen muss, desto grösser wird das Risiko einer ernsthaften Vergiftung. Die Ursachen sollten immer erst mit einem Arzt abgeklärt werden und Medikamente sind nur in Notfällen (z.B. bei Kleinkindern wegen Austrocknung) einzunehmen. Bei Durchfällen viel trinken und wenn nötig, möglichst lebensfreundliche Helfer wie Kohletabletten oder Heilerde einnehmen.


Wer ist von einer LI betroffen?

Beta-Glukosidasen in der Darmwand entstehen normalerweise in der 2.Fetalwoche, ihre Aktivität bleibt jedoch bis zu 28.Woche niedrig. Erst bei der Geburt erreicht die Laktase-Aktivität ihren Höhepunkt, weshalb Frühgeburten unter einem vorübergehenden Laktasemangel leiden. In wenigen Fällen ist ein Laktasemangel angeboren, so dass diese Säuglinge auch keine Muttermilch vertragen können (kongenitaler Laktasemangel). Die Laktase-Aktivität bleibt für die natürlich vorgesehene Dauer der Stillzeit hoch und lässt spätestens ab dem 2.Lebensjahr nach, da spätestens zu diesem Zeitpunkt die Ernährung umgestellt werden soll.

Generell lässt die Produktion mit zunehmendem Alter nach (primärer Laktasemangel), so dass ein Erwachsener nur noch 1/10 der Laktase-Aktivität eines Säuglings hat und circa 70% der Europäer im Alter von 60 Jahren gar keine Laktose mehr verdauen können. Beschwerden stellen sich meist erst bei starkem Rückgang bzw. komplettem Mangel dieses Enzyms ein. Das bedeutet, ein Laktasemangel ist genetisch veranlagt und zwar bei Männern und Frauen zu gleichen Teilen.

Eine vorübergehende oder auch gänzliche Einstellung der Laktase-Produktion (sekundärer Laktasemangel) kann ebenso durch eine Darmerkrankung oder -schädigung hervorgerufen werden. In solch einem Fall kann nach der Heilung die Laktase-Produktion wieder einsetzen.

Über die Häufigkeit einer Laktose-Intoleranz gibt es viele verschiedene Zahlenangaben. Man kann davon ausgehen, dass 15-25% der Nordeuropäer von einer LI betroffen sind. In den südlichen Ländern sind es 40-70%, in Asien und Afrika über 95%. Somit sind circa 75-80% der Weltbevölkerung laktoseintolerant.

Diese Zahlen weisen darauf hin, dass hellhäutige Menschen eher Laktose vertragen können, als dunkelhäutige Menschen. Da Laktose ebenso wie VitaminD die Resorption von Kalzium im Darm erhöht, kann Laktose somit auch bei geringer Sonneneinstrahlung, d.h. folglich einer geringeren VitaminD-Produktion vor Rachitis und Osteomalazie (Knochenerweichung) schützen. Vererbungsfachleute nehmen deshalb an, dass sich evolutionär Menschen mit einer Laktose-Toleranz in Gegenden mit geringerer UV-Strahlung durchgesetzt haben, da sie grössere Überlebenschancen besassen. Forscher gehen auch davon aus, dass vor 10.000 Jahren, also bevor der Mensch durch die Haltung von Haustieren artfremde Milch konsumieren konnte, alle Menschen laktoseintolerant waren.

Die Tendenz zu einer LI ist besonders in den letzten Jahren gestiegen, wobei die Ursachen hierfür nicht übereinstimmend geklärt sind. Zum einen werden in unserer Gesellschaft so viele Milchprodukte konsumiert wie nie zuvor, zum anderen wird fast allen Fertignahrungsmitteln versteckter Milchzucker zugesetzt. Hinzu kommt die Belastung dieser und aller Nahrungsmittel mit Chemikalien durch die massenhafte industrielle Produktion. Gleichzeitig haben Allergien und Unverträglichkeiten im allgemeinen zugenommen; es sei dahin gestellt, ob dies an der steigenden Verschmutzung unserer Lebenswelt liegt, an der verstärkten Aufklärung und ärztlichen Aufmerksamkeit oder an der Sensibilisierung der Menschen auf diesen Themenbereich.


Welche Diagnose-Methoden gibt es?

Bei Verdacht auf eine Laktoseintoleranz oder Nahrungsmittelunverträglichkeit:


Blutzucker-Laktose-Test
Beim Bluttest nimmt der Patient 50 g in Wasser gelöste Laktose zu sich, anschliessend werden in 30minütigen Abständen 6 Blutproben entnommen und ausgewertet. Steigt der Blutzuckerwert um weniger als 20 ml/dl an, kann von einem Laktasemangel ausgegangen werden, da der Milchzucker nicht gespalten und damit nicht aufgenommen werden konnte.

Eliminationsdiät
Ähnlich dem Provokationstest wird zwei Wochen auf alle kritischen Nahrungsmittel verzichtet, anschliessend wird jeden oder jeden zweiten Tag ein Lebensmittel wieder eingeführt. Hierfür gibt es spezielle Suchdiäten und Rezepte.

Verzehr-Tagebuch
Wenn Sie merken, dass Sie sich öfter nach einer Nahrungsaufnahme schlecht fühlen, sollten Sie zuerst darauf achten, wann die Beschwerden auftreten und versuchen, herauszufinden, durch welches Lebensmittel diese ausgelöst werden könnten.
Hierzu empfiehlt es sich, ein Verzehr-Tagebuch über einen Zeitraum von ungefähr drei Wochen zu führen. Notieren Sie sich jeden Tag genauestens, wann Sie was zu sich genommen haben, in welcher Menge und wann welche physischen und/ oder psychischen Beschwerden aufgetreten sind.
Solch ein Tagebuch ist auch sehr hilfreich, wenn Sie einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

Gentest
Mit einem Gentest kann nur die genetisch bedingte Form der primären Laktose-Intoleranz nachgewiesen werden. Eine Laktoseintoleranz als Folge einer Erkrankung wird deshalb nicht erkannt. Bei Beschwerden sollte zusätzlich ein Atem- oder Bluttest durchgeführt werden. Zusammen kann dann zwischen einer primären und einer sekundären Laktoseintoleranz unterschieden werden. Für den Gentest wird eine Blutprobe oder ein Wangenschleimhautabstrich entnommen. Bei der Untersuchung wird der Gendefekt, der zur LI führt in der DNA nachgewiesen. Hierbei ist eine Belastung mit Laktose nicht erforderlich, Entnahmezeitpunkt und andere Faktoren beeinflussen den Test nicht. Die Kosten sind mittlerweile erschwinglich, werden jedoch nur bedingt von Krankenkassen übernommen.

H2-Atemtest (Wasserstoff-Atemprüfung)
Hierbei wird nach der Einnahme von in Wasser aufgelöster Laktose die Menge des Wasserstoffs im Atem gemessen. Wird die Laktose nicht durch das Enzym Laktase im Dünndarm zersetzt, gelangt die Laktose vollständig in den Darm und wird dort von Bakterien u.a. zu Wasserstoff zersetzt. Dieser Wasserstoff gelangt durch die Darmschleimhaut in das Blut und die Lungen. Ist nun ein erhöhter Wasserstoff-Anteil im Atem nachweissbar, kann von einem Laktasemangel ausgegangen werden. Dieser Test ist zusammen mit dem Blutzucker-Laktosetest der einzig schulmedizinisch anerkannte. Es besteht die Möglichkeit einer Fehldiagnose, wenn aufgrund der Bakterien-Zusammensetzung im Darm eventuell kein Wasserstoff gebildet wird, trotzdem das Enzym Laktase fehlt. Der H2-Atemtest wird in Arztpraxen und Klinken durchgeführt und die Kosten werden meistens von den Krankenkassen übernommen.

Von der Schulmedizin nicht anerkannte Methoden:

Bioresonanzmethode
Durch Elektroden werden elektromagnetische Strahlungen des Körpers gemessen. Anhand einer veränderten Schwingungsfrequenz dieser Strahlung kann eine Störung diagnostiziert werden. Diese Methode kann auch zur Therapie eingesetzt werden, indem das krankhaft veränderte Schwingungsmuster umgepolt und in den Körper zurückgeleitet wird. Diese Methode ist von der Schulmedzin nicht anerkannt, wird ausschliesslich von spezialisierten Heilpraktikern angewendet und deshalb von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Kinesiologie
Kinesiologische Testverfahren basieren ähnlich der Bioresonanz auf bioenergetischen Schwingungen. Bei diesem Test nimmt der Patient das auszutestende Nahrungsmittel in die Hand und anhand der Funktion des Deltamuskels kann eine Allergie oder Unverträglichkeit festgestellt werden. Diese Testmethode ist von der Schulmedizin nicht anerkannt, sie wird von speziellen Kinesiologen durchgeführt und von den Krankenkassen nicht bezahlt. Mit Kinesiologie soll auch eine Heilung möglich sein.

Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittel-Allergie:

Basophilen-Aktivierungstest
Bei Verdacht auf ein bestimmtes Nahrungsmittel, welches eine Allergie mit Sofortreaktionen auslöst, kann ein LTC 4-Test durchgeführt werden. Für diesen Test wird ein Extrakt des verdächtigen Nahrungsmittels mit dem Serum des Patienten vermischt. Der Allergie-Botenstoff Sulfidoleukotrien wird in bestimmten Immunzellen (basophile Granulozyten) produziert, wenn eine allergische Reaktion abläuft. Der Nachweis des Allergiebotenstoffes im Serum belegt eine Allergie auf das getestete Nahrungsmittel.

Haut-Tests
Da Haut-Tests bei Lebensmittel-Unverträglichkeiten nicht aussagekräftig sind, hier nur eine kurze Auflistung.
  • Zitat

  • Scratchtest: Die Haut wird leicht angeritzt und die Allergene aufgetragen. Nach 20 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden.
  • Pricktest: Die Allergene werden auf die Haut gebracht und mit einer Lanzette leicht unter die Haut gestochen. Nach 20 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden.
  • Intrakutantest: Die Allergene werden mit einer Spezialnadel unter die Haut gespritzt. Nach 20 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden.
  • Epikutantest: Pflasterstreifen mit den Allergenen werden auf den Rücken fixiert. Die Reaktion wird am 1., 2. und 3. Tag überprüft.
  • Reibetest: Die Allergene werden an der empfindlichen Innenseite des Unterarms gerieben.
Lymphozyten-Transformationstest
Dieser Test kann angewendet werden, wenn Verdacht auf ein bestimmtes Nahrungsmittel besteht, welches eine Allergie bzw. Unverträglichkeit mit verzögerter Reaktion auslöst, bei der keine Antikörper gebildet werden. Dafür werden Immunzellen (Lymphozyten) aus dem Patientenserum extrahiert und mit dem verdächtigen Antigen zusammengebracht. Nach bis zu sechs Tagen kann gemessen werden, ob die Zellen sich durch eine allergische Reaktion vermehrt haben.

Provokationstest
Nachdem der Patient sieben Tage auf die kritischen Nahrungsmittel verzichtet hat, werden ihm Kapseln mit den verdächtigen Nahrungsmitteln oder Stoffen verabreicht. Eine Kapsel mit neutralem Inhalt soll auch den psychischen Einfluss herausfinden. Aus Sicherheitsgründen wird dieser Test nur in Kliniken und nicht an Schwangeren, Patienten mit Herzerkrankungen oder Asthma durchgeführt. Trotzdem ist dieser Test sehr ungenau, da die allergieauslösenden Mengen differenzieren und einige andere Umstände die Reaktionen beeinflussen.

RAST-Test
Eine Blutprobe des Patienten wird mit verdächtigen Allergenen in Kontakt gebracht und auf die Bildung von IgE oder IgG-Antikörper untersucht. Werden diese Antikörper gebildet, liegt eine Allergie vor.

Screening-Test
Mit diesem Test kann nach Antikörpern gegen 181 Nahrungsmittel gesucht werden. Hierbei werden Antikörper (IgG und IgE) aus dem Patientenserum extrahiert, mit einem bestimmten Enzym verbunden und dann mit den verschiedenen Nahrungsmittelantigenen zusammengebracht. Passt der Antikörper im Serum zu dem Nahrungsmittel, erzeugt das Enzym ein farbiges Produkt. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass Antikörper gefunden werden, ohne dass Beschwerden oder Symptome durch dieses Nahrungsmittel aufgetreten sind.

Bei Verdacht auf Schädigungen der Darmschleimhaut

Laktulose-Mannitol-Test
Mit diesem Test wird kein spezielles Nahrungsmittel getestet, sondern die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Dazu werden die Zuckerarten Laktulose und Mannitol eingenommen. Laktulose besitzt Moleküle in einer Grösse, die eine gesunde Darmschleimhaut nicht durchdringen können; Mannitol mit kleinen Molekülen kann dies. An der im Urin vorhandenen Menge beider Zuckerarten kann gemessen werden, wie durchlässig die Darmschleimhäute sind. Je höher der Wert, desto grösser ist die Barrierestörung.
Was ist bei einer LI zu tun?

Zuerst muss eine LI natürlich einmal erkannt werden. Dies ist leider für die Betroffenen nicht einfach, da die meisten Ärzte sich mit dieser Problematik gar nicht oder nur unzureichend auskennen. Von fast allen Betroffenen wird berichtet, dass sie lange Zeit brauchten, um ihre Beschwerden überhaupt anzuerkennen; noch viel schwieriger ist es dann, einen Arzt zu finden, der einem helfen kann. Erfahrungsgemäss hat ein Laktoseintoleranter eine Odyssee von Artzbesuchen hinter sich, wird von Allgemeinärzten zu Internisten zu Gastroenterologen geschickt, lässt Magen- und Darmspiegelungen über sich ergehen und wird am Ende als psychosomatischer Fall abgetan.

Da es sich bei einer LI um keine Allergie handelt und meist auf den ersten Blick kein direkter Bezug zu einem bestimmten Nahrungsmittel herzustellen ist, erschwert die Diagnose. Die zuverlässigeren Diagnosemethoden der Schulmedizin sind meist sehr aufwendig und kostenintensiv, so dass sie nur ungern und nur von Allergologen durchgeführt werden. Bis dahin muss der Patient es aber erst einmal schaffen...

Ist die Diagnose LI dann gestellt, ist der Betroffene meist erst einmal erleichtert, dass endlich eine greifbare Ursache seines Leidens gefunden wurde. Da eine LI im Sinne einer Krankheit nicht heilbar ist (und dies vielleicht auch nicht angestrebt werden sollte), müssen Wege gefunden werden, mit diesem Enzymmangel möglichst beschwerdefrei, gesund und froh zu leben. Dazu gibt es erst einmal nur drei Mittel: Körper entgiften, Darm sanieren und Ernährung umstellen.

Beachtet werden muss unbedingt, dass eine LI - wie bereits beschrieben - meist nicht alleine daher kommt, sondern entweder mit anderen Allergien und Unverträglichkeiten gepaart ist (meistens eine allgemeine Unverträglichkeit auf Kuhmilch und Kuhmilch-Produkte) und zumindest nach längerer Zeit eine Schwächung oder Schädigung der Verdauung und des Darmes zur Folge hat. Deshalb kann eine LI niemals alleine behandelt werden und es werden sich die Beschwerden durch eine alleinige Milchabstinenz immer nur kurzfristig und oberflächlich verbessern!

Eine LI ist tatsächlich nicht heilbar und das muss sie auch nicht sein, da es sich nicht um eine Krankheit, sondern - global gesehen - einen Normalzustand handelt. Einzig und allein wichtig ist, das ein Menschen auch ohne das Enzym Laktase beschwerdefrei und gesund leben kann, sich wohl fühlt und Lust am Leben hat. Bis dahin ist es nach jahrelangem Leiden oft ein langer Weg.

Es gibt Laktase-Präparate für Laktose-Intolerante. Dabei handelt es sich um Tabletten oder Pulver des Enzyms Laktase, das beim Verzehr von Milch oder Milchprodukten eingenommen wird. Es ermöglicht die Spaltung von Laktose im Magen, so dass sie im Darm resorbiert werden kann (bis auf wenige Ausnahmen müssen Enzyme in Tablettenform durch eine magensäureresistente Hülle geschützt werden, um heil bis zum Darm zu gelangen).

Dass es bei einer LI - ebenso wie bei allen Krankheiten - nicht angesagt ist, sich nur \"behandeln zu lassen\", liegt also nahe. Der Betroffene muss aktiv und konsequent an der Wiederherstellung seiner Gesundheit arbeiten. Denn was kann es Wichtigeres geben als gesund zu sein?


Laktosefreie Ernährung
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Wichtigste Regel für den Laktose-Intoleranten: Zutatenlisten lesen!
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Laktose versteckt sich hinter vielen Begriffen, sofern das Produkt selbst nicht explizit als laktosefrei ausgewiesen ist (Auszug):

  • Laktose/Lactose/Milchzucker
  • Laktit (E 966)
  • Lactose-Monohydrat (1H2O)
  • Molke(-pulver), Süßmolke(-npulver), Molkenerzeugnis
  • Magermilch(-pulver), entrahmte Milch
  • Buttermilch(-pulver)
  • Dickmilch
  • Milch(-pulver), Vollmilch(-pulver), Kuhmilch(-pulver), Rohmilch
  • Joghurt(-pulver)
  • Kefir(-pulver)
  • Kondensmilch
  • Kaffeesahne
  • Schmand
  • Creme fraiche
  • Rahm/Sahne(-pulver), süße/saure Sahne
  • Butter, Butter(rein)fett, Butterschmalz
  • Milchfett
  • Milchzubereitung/-erzeugnis
  • Quark/Topfen
  • Frischkäse, Hüttenkäse/Cottage cheese/Ricotte
  • Käse(-zubereitung), Schmelzkäse
  • (Milch-)Schokolade, Schokoladenzubereitung
Desweiteren wurde Milchzucker vielen Nahrungsmitteln versteckt zugesetzt. Es fand sich in fast allen Fertiggerichten, auch ohne dass es auf der Zutatenliste angegeben werden musste. Denn: es mussten in den Zutatenlisten nur diejenigen Zutaten angegeben werden, die in der letzten Verarbeitungsstufe zugefügt wurden. D.h. wird dem Joghurt eine Fruchtzubereitung zugesetzt, so wird auf der Zutatenliste nur der Begriff \"Fruchtzubereitung\" erscheinen. Welche Bestandteile diese Zubereitung enthält, bleibt ein Geheimnis (oftmals auch für den Joghurt-Hersteller). Diese Herstellerfreundliche Regelung birgt grosse Risiken für Menschen mit Nahrungsmittel-Allergien oder Unverträglichkeiten. Somit ist das Lesen der Zutaten-Listen wichtig, aber nicht sicher.

Für Allergiker werden ab dem 25.11.2005 Lebensmittel deutlicher gekennzeichnet. Zutaten wie Getreide, Milch oder Krustentiere, die häufig Lebensmittelallergien auslösen, müssen dann in jedem Fall auf dem Etikett angegeben werden. Nach der neuen Regelung müssen Inhaltsstoffe auch dann gekennzeichnet werden, wenn die allergenen Bestandteile nur indirekt über andere Zutaten in das Lebensmittel gelangen oder nur bei der Herstellung von Bedeutung sind. Das gilt zum Beispiel für Eiweiß bei der Klärung von Wein. Nach aid-Angaben entfällt auch die so genannten 25-Prozent-Regel. Bisher mussten die Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten, zum Beispiel die Teile von Wurst in einer Linsensuppe, nicht einzeln aufgeführt werden, wenn weniger als 25 Prozent davon im Lebensmittel enthalten war. Es reichte aus, die Bezeichnung der Wurst in der Zutatenliste zu nennen. Künftig müssen auch die \"Zutaten der Zutaten\" aufgeführt werden, sofern sie nicht weniger als zwei Prozent des Lebensmittels ausmachen. Ausnahmen bleiben aber beispielsweise Gewürzmischungen, deren Bestandteile nicht aufzuschlüsseln sind. Die neuen Regeln betreffen auch alkoholische Getränke. Auf Zutaten mit allergenem Potenzial wie Sulfit im Wein muss hingewiesen werden. Bisher brauchten Getränke mit mehr als 1,2 Prozent Alkohol mit Ausnahme von Bier keine Zutatenliste tragen.

Milchzucker wird Nahrungsmitteln zugesetzt, da es über wasserbindende Eigenschaften verfügt (12g dicken 200ml Wasser ein), es verleiht den Nahrungsmitteln ein angenehmes Kaugefühl, es entwickelt beim Backen eine bräunende Wirkung, es stabilisiert Eiweiss, es verbessert die Kristallationseigenschaften von Zuckerlösungen und es dient Medikamenten und Aromen als Trägersubstanz.

Genügend Gründe, damit sich Milchzucker fast überall versteckt: in Gewürzmischungen, hinter dem Begriff \"Zuckerstoffe\", in Süssigkeiten, in Wurstwaren und wie gesagt in fast allen Fertiggerichten. Von einigen grossen Nahrungsmittel-Herstellern kann man Listen ihrer laktosefreien Produkte erhalten. Einige findet man auch in der einschlägigen Literatur zur LI (Literatur-Empfehlungen). Da die Nachteile von Fertignahrung weit über den des eventuell versteckten Milchzuckers hinausgehen, ist meine Empfehlung einfach das Selbermachen - gekocht oder roh !

Kann ein Laktose-Intoleranter aufgrund einer nur eingeschränkten Enzymproduktion zumindest einige Milchprodukte vertragen, so sollte er diese gemeinsam mit anderen Lebensmitteln zu sich nehmen. Durch eine längere Verweildauer im Darm kann mehr Laktase produziert werden, womit die Verträglichkeit steigt. Joghurt ist meistens besser verträglich, da die enthaltenen Bakterien bereits einen Teil der Laktose gespalten haben und auch selber Laktase enthalten. Gelangen diese Milchsäurebakterien teilweise lebend durch den Magen in den Darm, können sie hier die Verdauung begünstigen. Dies gilt allerdings nur für lebende Bakterien, also nicht für pasteurisierten Joghurt.

Mittlerweile muss Laktose glückerweise auch ausgewiesen werden, sofern sie sich hinter Zutaten versteckt, die die Laktose nicht vermuten lassen. Wenn also "Milch" in etwas ist, braucht die Laktose nicht extra gekennzeichnet werden, wenn es "Gewürze" sind, dagegen schon!



Liste von Lebensmitteln, welche oftmals Laktose enthalten:

Süßwaren:
Schokolade, Sahne- und Karamelbonbons, Nougat, Nuß-Nougat-Creme, Pralinen, diverse Riegel, Eiscreme, Kaubonbons

Brot,Backwaren:
Knäckebrot, Kräcker, Kekse, Milchbrötchen, Kuchen, Backmischungen

Instant-Erzeugnisse:
Kartoffelpulver (z.B. für Püree, Knödel), Suppen, Soßen, Cremes

Fertiggerichte:
Konserven, Tiefkühlgerichte, Fertigmenüs

Fleisch- und Wurstwaren, Fette:
Brühwürste, Leberwurst, Wurstkonserven, Margarine

Sonstige:
Süßstofftabletten, Kleietabletten, Müslimischungen, Medikamente, Kaffeeweißer, Salatsoßen, Cremeliköre


Calcium
Ein möglicher Calciummangel durch Verzicht auf Milchprodukte ist keine zwingende Folge. Zum Artikel über Calcium geht es hier.


Milch
Mehr Informationen zu Eigenschaften, Nutzen und Risiko von Milch findet ihr hier.
Quellen: wikipedia, minus-l, Verein für Laktoseintoleranz



Weiterführende Info: Symptomliste Laktoseintoleranz | Triggerliste Laktoseintoleranz | Lactrase

Kategorie: Hauptartikel | Nahrungsmittelunverträglichkeit







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